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Schlagwort-Archive: Los Angeles

Bild dir eine Atomfreundliche Meinung (unsere)

Die Atomlobby hat vor der Bundestagswahl 2009 in großem Umfang versucht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und ein freundliches Klima für Atomenergie in Deutschland zu schaffen.

Erreicht werden sollte das durch Pro-Atomkraft-Beiträge in großen Zeitungen, Studien, Festvorträge prominenter Persönlichkeiten und Pressereisen für Journalisten, wie die Tageszeitung „taz“ berichtete. Die Zeitung veröffentlichte dazu Dokumente zu einer von der Agentur Deekeling Arndt Advisors im Auftrag des Atomforums organisierten Kampagne.

Wir haben Euch im Griff

Wir haben Euch im Griff

Dem Atomforum gehören auch die Atomkraftwerksbetreiber E.on, RWE, EnBW und Vattenfall an. Dem Bericht zufolge versuchte das Atomforum, selbst in Frauenmagazinen atomfreundliche Beiträge zu platzieren, um einen Stimmungsumschwung mit Blick auf die von Union und FDP geplante Laufzeitverlängerung zu erreichen. Der Historiker Arnulf Baring konnte demnach für einen Gastvortrag zum 50. Bestehen des Atomforums sowie für einen ganzseitigen Beitrag in einer großen Tageszeitung gewonnen werden, ebenso andere Persönlichkeiten, vor allem führende Wirtschaftsbosse.

Das Deutsche Atomforum sieht die Veröffentlichung gelassen. „Es ist ein ganz üblicher Vorgang, dass man über Öffentlichkeitsarbeit versucht, die Öffentlichkeit zu beeinflussen„, sagte Geschäftsführer Dieter H. Marx. „Das macht Greenpeace auch.“ Die veröffentlichten Dokumente seien keine Geheimpapiere. „Wir haben nichts gemacht, was nicht legal wäre.“

Quelle: www.morgenpost.de

Wie die Atomlobby die öffentliche Meinung steuerte  

Die Geheimpapiere der Atomlobby


 

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Sonntagsgruß

Ansprache einer Kerze

Ihr habt mich angezündet und schaut – nachdenklich oder versonnen – in mein Licht. Vielleicht freut ihr euch ein bisschen dabei. Ich jedenfalls freue mich, dass ich brenne. Wenn ich nicht brennen würde, dann läge ich in einem Karton. In so einem Karton haben wir aber überhaupt keinen Sinn. Da liegen wir nur herum. Einen Sinn habe ich nur, wenn ich brenne. Und jetzt brenne ich.

Aber seit ich brenne, bin ich schon ein kleines bisschen kürzer geworden. Das ist schade, denn ich kann mir schon ausrechnen, wann ich so kurz bin, dass ich nur noch ein kleines Stümpfchen bin. Aber so ist das: es gibt nur zwei Möglichkeiten – entweder ich bleibe ganz und unversehrt und im Karton, dann werde ich nicht kürzer, dann geht mir überhaupt nichts ab – aber dann weiß ich nicht, was ich eigentlich soll – oder ich gebe Licht und Wärme, dann weiß ich, wofür ich da bin, dann muss ich aber etwas geben dafür: von mir selbst, mich selber. Das ist schöner als kalt und sinnlos im Karton.

So ist das auch bei euch Menschen, genauso. Entweder ihr bleibt für euch, dann passiert euch nichts, dann geht euch nichts ab – aber dann wisst ihr auch eigentlich nicht so recht: warum. Dann seid ihr wie Kerzen im Karton. – Oder ihr gebt Licht und Wärme. Dann habt ihr einen Sinn. Dann freuen sich die Menschen, dass es euch gibt. Dann seid ihr nicht vergebens da.

Aber dafür müsst ihr etwas geben: von euch selber, vor allem, was in euch lebendig ist: von eurer Freude, eurer Herzlichkeit, von eurer Treue, eurem Lachen, eurer Traurigkeit, von euren Ängsten, von euren Sehnsüchten, von allem, was in euch ist.

Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn ihr dabei kürzer werdet. Das ist nur äußerlich. Innen werdet ihr immer heller. Denkt ruhig daran, wenn ihr in eine brennende Kerze seht, denn so eine Kerze seid ihr selber. Ich bin nur eine kleine, einzelne Kerze. Wenn ich allein brenne, ist mein Licht nicht groß und die Wärme, die ich gebe, ist gering. Ich allein – das ist nicht viel. Aber mit anderen zusammen ist das Licht groß und die Wärme stark.

Das ist einfach zu begreifen. Und wieder: bei euch Menschen ist das genauso. Einzeln, für euch genommen, ist euer Licht nicht gewaltig und die Wärme klein. Aber zusammen mit anderen, da seid ihr viel. Licht ist ansteckend!

Als der Krieg zu Ende war, fand in Los Angeles eine Feier der Bürger statt. Man feierte den Frieden. Bei seiner Ansprache sagte der Bürgermeister: “Ich möchte Ihnen etwas zeigen. In wenigen Augenblicken werden die Scheinwerfer im Stadion gelöscht. Es wird hier ganz finster werden. Ich werde dann das winzige Licht eines einzigen brennenden Streichholzes hochhalten. Sie werden es alle sehen. Dann bitte ich Sie alle, auch ein Streichholz anzuzünden und das Licht hochzuhalten.”Das Licht ging aus. Es wurde stockfinster im Stadion. Dann schauten alle auf das kleine flackernde Licht in der Hand des Bürgermeisters: rührend aber winzig. Und dann hörte man das Rascheln der Streichholzschachteln. Und mehr als achtzigtausend kleine Lichter gingen an – und das Stadion wurde wieder hell von all dem Licht.

 “Ein Licht ist wenig, aber das Licht, ist ansteckend; viele Lichter sind hell.”

Und noch etwas: Manchmal geschieht es, dass im Haushalt plötzlich das Licht ausgeht. Dann ist es unerwartet finster, und alle rufen nach einer Kerze. Dann werden Schubladen gezogen, ein Streichholz wird angemacht, und mit dem Anzünden der Kerze ist die Dunkelheit überwunden: mit einem einzigen Licht. So ist es auch wieder unter euch Menschen. Es ist nicht alles gut in dieser Welt. Vieles ist finster und kalt. Viele Klagen und schimpfen darüber. Manche hören überhaupt nicht auf, sich und anderen vorzujammern, wie miserabel es allen und ihnen im Besonderen geht. Aber ein einziges Licht, das brennt, ist mehr als alle Dunkelheit.

Lasst euch deshalb Mut machen und wartet nicht auf die anderen. Lasst euch anzünden, brennt und leuchtet und wärmt. Das ist der Sinn eures Lebens, wie es der Sinn einer einfachen Kerze ist. Und wenn ihr Zweifel habt, ob das auch stimmt, dann zündet eine Kerze an, schaut in die lebendige Flamme.

nach Hans Albert Höntges
 

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Wikileaks-Die einmalige Chance und keine Bedrohung

Strauss addressing the CDU in 1986, two years ...

Image via Wikipedia

Mit Wikileaks könnte sich der Journalismus
wieder stärker auf seine Tugenden besinnen

Soll der Bürger politische Entscheidungen treffen, muss er umfassend informiert sein, aber auch die Meinungen kennen und gegeneinander abwägen können, die andere sich gebildet haben. Die Presse hält diese ständige Diskussion in Gang; sie beschafft die Informationen, nimmt selbst dazu Stellung und wirkt damit als orientierende Kraft in der öffentlichen Auseinandersetzung. In ihr artikuliert sich die öffentliche Meinung.

So heißt es im Bundesverfassungsgericht, Spiegel-Urteil vom 5. August 1966: Die „Spiegelaffäre“ wurde zum ersten wirklichen Prüfstein, wie Ernst es der jungen Bundesrepublik mit der im Grundgesetz im Artikel 5 garantierten Presse- und Meinungsfreiheit war. Anfang Oktober 1962 veröffentlichte der Spiegel unter der Überschrift „Bedingt abwehrbereit“ einen Artikel, der sich auf geheime Informationen aus dem Verteidigungsministerium stützte, dass die junge Bundesrepublik bei einem militärischen Angriff des Warschauer Pakts mit ihrer verfolgten Atomstrategie keinerlei Überlebenschancen hätte.

Franz-Josef Strauß, seinerzeit Verteidigungsminister und Befürworter der atomaren Aufrüstung, war die treibende Kraft hinter der Anklage wegen Landesverrates gegen die Spiegel-Redakteure gewesen, an deren Ende das Bundesverfassungsgericht (BVG) die Pressefreiheit stärkte, Franz-Josef Strauß als Minister zurücktreten musste und die Bundesrepublik ihre erste handfeste Regierungskrise überstanden hatte. Dass die politische Karriere von Franz-Josef Strauß durch die Spiegelaffäre kaum Schaden genommen hatte, ist eine andere Geschichte. Read the rest of this entry »

 
 

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