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Julian Assange-der Scharfschütze und die Meinungsfreiheit

Ein Außenseiter, angezogen von der Gefahr:

Der ehemalige Soldat, Pilot und Journalist Vaughan Smith gewährt Wikileaks-Gründer Julian Assange Obdach nach dessen Freilassung.

Im Gerichtssaal des Londoner High Court saß Vaughan Smith in den ersten Reihen der Besucherbänke. Der Mann im eleganten dunkelblauen Anzug ließ sich seine Gefühle nicht anmerken, als sein Freund Julian Assange von einem Gerichtsbeamten hereingeführt wurde.

Gewährt Julian Assange Unterschlupf: Der Journalist Vaughan Smith.

Für Smith, der von seinen Freunden wegen seiner einstigen Karriere bei der britischen Armee auch „Captain Smith“ genannt wird, ging es um einen besonderen Einsatz: Der 47-Jährige hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Gründer der Internetplattform Wikileaks nun in Großbritannien aus der Haft frei kam. Julian Assange findet Unterschlupf auf dem schmuckem Landsitz von Smith, auf Ellingham Hall in Südostengland.

Hier soll der Aktivist nun mindestens bis Januar wohnen – bis über seine Auslieferung nach Schweden wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung endgültig entschieden ist. Smith setzt sich schon seit Wochen für Assange ein, der Amerika mit der Veröffentlichung von US-Botschaftsdepeschen im Internet gegen sich aufgebracht hat. So konnte sich Assange vor seiner Verhaftung durch die britische Polizei in der von Smith gegründeten Journalisten-Vereinigung „Frontline Club“ in West-London aufhalten.

Smith betrachtet sich selbst als einen radikalen Liberalen, der konsequent für Bürgerrechte und Meinungsfreiheit eintritt. Politische Parteien sind ihm suspekt. Diese gehören für ihn zum politischen Establishment, und das entfernt sich nach Meinung von Vaughan Smith in den westlichen Staaten immer weiter von den Idealen der Demokratie.

Smith hat eine ungewöhnlich Karriere hinter sich. Aufgewachsen ist er auf dem Landsitz Ellingham, der seit 225 Jahren in Familienbesitz ist. „Mein Großvater liebte die Jagd, und ich fand auch Gefallen daran“, sagte Smith einmal in einem Interview. So streifte er schon als Schuljunge durch die ausgedehnten Ländereien seiner Familie. Ein gewisser Sinn für das Abenteuer zog den jungen Mann später offenbar auch zur Armee, wo er zum Scharfschützen ausgebildet wurde. Er war unter anderem in Nord-Irland, Zypern und Deutschland stationiert. Nebenbei erwarb er eine Pilotenlizenz für Leichtflugzeuge.

Nachdem er seinen Dienst bei den Streitkräften quittiert hatte, entdeckte Smith seine Leidenschaft für den Journalismus. Auch dabei suchte er eher den außergewöhnlichen Einsatz. Als freischaffender Video- und Nachrichten-Journalist begab er sich immer wieder an gefährliche Schauplätze. 1991 filmte er den Vormarsch der amerikanischen und britischen Truppen im ersten Golf-Krieg. Smith hatte sich dazu die reguläre Uniform eines britischen Offiziers besorgt, um nicht den Restriktionen für offiziell akkreditierte Reporter zu unterliegen.

Weitere Recherchereisen führten Smith in die Kriegsgebiete von Bosnien und Afghanistan. Zugleich gründete der Vater von vier Kindern die unabhängige Agentur „Frontline Television News“ sowie 2003 den Londoner „Frontline Club“. An der Frontlinie bewegt sich Vaughan Smith nun auch als Helfer für die Internetplattform Wikileaks. Wie es heißt, habe er seinem Gast Assange bereits einen Internetanschluss auf Ellingham Hall eingerichtet.

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Australien stellt sich schützend vor Assange

Federal Labor leader Kevin Rudd

Image via Wikipedia

Überraschend meldet sich nach seiner Verhaftung Assanges Heimatland Australien zu Wort:

Nicht der 39-Jährige, sondern die USA trügen die Verantwortung für die jüngsten Enthüllungen.

Nach Einschätzung Australiens tragen die USA und nicht Wikileaks-Gründer Julian Assange die volle Verantwortung für die Veröffentlichung geheimer Diplomaten-Depeschen im Internet. Diejenigen, die ursprünglich die Weitergabe der rund 250.000 Nachrichten aus dem US-Außenministerium ermöglicht hätten, seien rechtlich zur Verantwortung zu ziehen, sagte der australische Außenminister Kevin Rudd am Mittwoch. Die Tatsache, dass solche Nachrichten an die Öffentlichkeit gelangen konnten, stelle zudem die Sicherheit der Übertragungswege der USA infrage. „Herr Assange ist nicht selbst für die Veröffentlichung verantwortlich“, sagte Rudd. „Die Amerikaner sind dafür verantwortlich
Der inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange zeigt sich indes wenig dankbar.

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Verfasst von - 8. Dezember 2010 in Gesellschaft, Politik, Wikileak

 

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