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Stufen bei der Manipulation

An anime stylized eye.

Meine Meinung?

Unterschiedliche Stufen bei der Manipulation

Manipulation kann in verschiedenen Stufen vorkommen, die sich darin unterscheiden, wie direkt bzw. indirekt der Manipulator auftritt. Die direkte Manipulation hat gegenüber der indirekten einige entscheidende Nachteile:

  • Der Manipulator ist als solcher erkennbar.
  • Er unterscheidet sich von anderen Menschen dadurch, dass er eine andere Meinung vertritt.
  • Als einzelner muss er somit seine Meinung begründen bzw. gegen die Meinung der Mehrheit durchsetzen. Das gelingt jedoch nur sehr charismatischen Persönlichkeiten.

Der Manipulator ist daher daran interessiert, selbst nicht direkt in Erscheinung zu treten und statt dessen andere Personen, Gruppen, Bürgerinitiativen, Interessenverbände, Institute, Vereine und Politiker für seine Ziele einzuspannen. Für den Manipulierten ist der Manipulator somit nicht direkt erkennbar. Er hört nur von unterschiedlichen Personen oder Gruppen indirekt die Botschaft des Manipulators. Wenn es dem Manipulator gelingt, Gruppen für seine Ziele einzuspannen, die allgemein und offiziell als anerkannt gelten oder durch entsprechende Bezeichnungen (z.B. Institut) diese Eigenschaft vorgaukeln, so ist für den Manipulierten die Manipulation als solche kaum noch zu erkennen. Es gibt zwischen der direkten Manipulation und der indirekten viele Zwischenstufen:

  • Die direkteste Form der Manipulation ist die persönliche Beeinflussung einer Person durch Scheinargumente, Fehlinformationen, Drohung, Lob und Tadel. Der Zeitschriftenverkäufer an der Tür versucht es nach dieser Methode, indem er dem potentiellen Kunden erklärt, dass er eine schwere Kindheit hatte (z.B. vorbestraft) und durch den Verkauf von Abonnements wieder auf den rechten Weg zurückfinden kann, sofern man ihm natürlich ein Abonnement abkauft. Doch genaugenommen handelt es sich bei den Zeitschriftenverkäufern auch nur um eine Gruppe, die wiederum von anderen für deren Ziele benutzt wird.
  • Etwas indirekter ist die Werbung im Fernsehen, in Zeitschriften, auf Plakaten, auf Postwurfsendungen und im Kino. Der Manipulator und sein Ziel sind immer noch klar erkennbar. Durch den Einsatz von Medien kann er seine Botschaft aber häufiger an sein Opfer richten. In einer Werbeunterbrechung im Privatfernsehen kann es schon vorkommen, dass die Werbung für ein Produkt gleich mehrmals kurz hintereinander gesendet wird. Durch diese Häufigkeit soll sich die Botschaft fest im Unterbewusstsein verankern. Ein weiterer Vorteil dieser Methode liegt darin, dass der Manipulierte nicht widersprechen kann. Er kann sich mit dem Manipulator nicht auf sachlicher Ebene über dessen Thesen unterhalten und braucht sich somit über Gegenargumente erst gar nicht den Kopf zu zerbrechen. Er ist somit auf eine passive Rolle beschränkt. Weiterhin hat der Manipulator den Vorteil, dass er beliebig viel Zeit hat, das Plakat oder den Werbespot unter psychologischen Gesichtspunkten optimal zu gestalten und Spezialisten bei der Gestaltung hinzuzuziehen.
  • Ein Manipulator kann zur besseren Verbreitung seiner Botschaft eine Gruppe weiterer Manipulatoren bilden und diesen dann durch intensive Schulung seine Argumente und Methoden vermitteln. Diese Gruppe ist sich dabei über das Ziel ihrer Ausbildung und Tätigkeit bewusst. Das klassische Beispiel hierfür sind Staubsaugervertreter oder Vertriebsbeauftragte.
  • Es gibt auch Personen, Gruppen, Institute und Parteien, die sich durch Spenden oder andere Zuwendungen für die Ziele des Manipulators einsetzen lassen. Forschungsinstitute leiden oftmals unter chronischem Geldmangel und sind somit daran interessiert, für die Industrie gegen Bezahlung Gutachten zu erstellen bzw. von der Industrie Forschungsaufträge zu erhalten. Man kann davon ausgehen, dass Firmen selbstverständlich den Instituten ihre Forschungsaufträge bzw. die Aufträge für Gutachten übergeben, die sich am meisten für die Ziele dieser Firmen einsetzen. Die Ziele der Firmen bekommen somit die wissenschaftliche Absegnung bzw. Unbedenklichkeitsbestätigung.

Wesentlich trickreicher ist die Auswahl von Personen, die bereits ohne Beeinflussung Ziele verfolgen, die dem Manipulator dienen. Keine Behauptung ist so absurd, als dass es nicht doch irgendwo jemand gibt, der genau diese Behauptung mit aller Entschiedenheit vertritt. Der Manipulator hat somit eigentlich nur das Problem, den zu finden, der genau sein Ziel verfolgt. Diesen kann man dann unterstützen, fördern und gewähren lassen. Und falls er sich nun irgendwann anders besinnt, kann der Manipulator ihn einfach fallen lassen. Die ausgewählte Person ist bei ihrer Tätigkeit jedoch immer davon überzeugt, dass sie ihrem eigenen Ziel dient. Die wirklichen Ziele des Manipulators sind ihr nicht bekannt. Auch für die eigentliche Zielgruppe der Manipulation, die wiederum von der ausgewählten Person manipuliert werden soll,
ist der wirkliche Manipulator nicht erkennbar. Die Zielgruppe nimmt nur wahr, dass es immer wieder Persönlichkeiten gibt, die für eine gewisse Zeit ein Ziel verfolgen und irgendwann wieder verschwinden.

  • Besonders günstig ist es für den Manipulator, wenn es bereits Gruppen (z.B. Bürgerinitiativen) gibt, die sich völlig unabhängig entwickelt und etabliert haben und die zufällig seinen Zielen dienen. Hier fällt es ihm sehr leicht, den Zusammenhang zwischen seinen Zielen und den Zielen der Gruppe zu leugnen. Es reicht für ihn aus, dass die Gruppe bestehen bleibt und weiterhin seine Ziele verfolgt. Diese Unterstützung kann z.B. durch Spenden, durch die Bereitstellung von Räumen und Material und gezielte Finanzierung von Einzelaktionen stattfinden.
  • Sofern es solche Gruppen nicht gibt, kann der Manipulator auch solche künstlich schaffen, indem er die Voraussetzungen zur Selbstorganisation von Gruppen schafft. Durch gezielte Propaganda muss zuerst das notwendige Bedürfnis nach einer solchen Gruppe geschaffen werden, um dann im zweiten Schritt erste Ansätze zur Bildung von Gruppen durch die Presse hervorzustellen, teilweise vielleicht auch mit Übertreibung und Fehlinformation. Diese ersten Ansätze wirken dann wie Kristallisationskeime. Im Kapitel „Kostenlose Helfer“ stelle ich eine Variante dieser Methode vor. Man braucht diese Methode nicht unbedingt nur im Bereich von Geheimdiensten und Wirtschaftsverbänden zu suchen. Die kostenlosen Helfer sind nämlich nichts anderes als Gruppen, deren Selbstorganisation gefördert wird. Die Beispiele können unter Umständen auch so banal sein wie das Sammeln von Briefmarken, Telefonkarten oder dem Inhalt von Überraschungseiern. Der Sammeltrieb des Menschen ist schon vorhanden und setzt nur voraus, dass es etwas gibt, was man sammeln kann. Wenn man nun einem Produkt etwas beilegt, was den Sammeltrieb auslöst und dieses durch Werbung bekannt gibt, so werden mit Sicherheit Sammel- und Tauschclubs sich selbst organisieren. Indem nun der Produzent Treffen dieser Sammelclubs unterstützt und die Presse von solchen Treffen berichtet, werden diese Clubs als kostenlose Helfer für das Produkt Werbung machen und andere von der Sammelleidenschaft anstecken.
  • Alle bislang geschilderten Stufen der Manipulation setzen zur Erreichung eines Ziels aktives Handeln voraus. Manchmal gibt es für den Manipulator auch ohne eigenes Zutun vorteilhafte Bedingungen, Voraussetzungen, Vorurteile und Gesetze. Hier fällt es dem Manipulator besonders leicht, seinen Einfluss auf diese Zustände zu leugnen, vor allem dann, wenn die Zustände schon sehr lange unverändert existieren. Es reicht in diesem Fall für den Manipulator aus, die Änderung der Zustände zu verhindern. Das aktive Handeln beschränkt sich dabei oftmals auf die Betonung der konservativen Werte und die Verunglimpfung der neumodischen Ansichten.
  • Wenn man eine gegnerische Gruppe schädigen will, kann man die moralisch schlechten Ziele dieser Gruppe stärken durch gezielte Unterstützung oder durch Einschleusung eines Provokateurs in diese Gruppe. Dann fällt es einfacher, diese Gruppe in der Öffentlichkeit zu verunglimpfen.

Vorsetzung folgt:

 

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