RSS

2013 gab es fast 350.000 Stromsperren!

24 Nov

Die gestiegenen Strompreise in den letzten Jahren treiben viele Millionen Verbraucher an den Rand der Existenz. Können die Stromkosten nicht mehr beglichen werden, sind Energieversorger berechtigt, die Lieferung abzustellen, mit der gravierenden Folge, dass Betroffene kein Licht mehr haben, kein warmes Wasser mehr fließt, der Kühlschrank nicht funktioniert und die Wäsche nicht mehr gewaschen werden kann. Im Winter bleibt sogar die Wohnung kalt. Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) wurden im vergangenen Jahr bei 344.798 Stromkunden der Strom zeitweise gesperrt.

Immer mehr Strom sperren in Deutschland

Jahr für Jahr steigen die Strompreise, ebenso steigen die Strom sperren. Im Jahr 2013 wurden fast sieben Millionen Mahnverfahren von Energieversorgern eingeleitet, mit der Drohung, den Strom abzustellen. Im Jahr 2011 waren es noch eine Million weniger Mahnverfahren mit der Androhung der Stromsperrung.  Während in 2013 in 345.000 Haushalten der Strom gesperrt wurde, waren es im Jahr 2012 noch 23.000 weniger. Im Jahr 2011 waren es sogar noch 33.000 Strom sperren weniger.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien gilt als ein Grund für die steigenden Strompreise. Die Linkspartei fordert schon seit Längerem, Stromsperren bei Privathaushalten gesetzlich zu verbieten. Für Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende der Linken im Bundestag, ist die neue Statistik der BNetzA ein Alarmsignal, dass Strom in Deutschland für Millionen von Bürgern kaum noch erschwinglich sei. Lay kritisiert:”Die Bundesregierung verweigert eine Strompreisaufsicht und sorgt mit ihrer Politik dafür, dass der Strompreis seit 2008 für private Haushalte um 38 Prozent, für die Industrie aber nur um 13 bis 15 Prozent gestiegen ist.”

Besonders Hartz IV Empfänger betroffen

Empfänger von Hartz IV Leistungen sind besonders von den steigenden Strompreisen betroffen. Während die Preise für die Stromlieferung permanent steigen, bleibt der Anteil für Haushaltsenergie im Hartz IV Regelsatz nahezu gleich. Waren im Jahr 2012 bei einem Alleinstehenden im Regelsatz 31,27 Euro monatlich für Energie und Instandhaltung der Wohnung vorgesehen, stieg der Betrag in 2013 auf 31,94 Euro, ein Plus von 2,14 Prozent. Im gleichen Zeitraum sind aber die Energiekosten um etwa zehn Prozent gestiegen. Im Jahr 2014 sin monatlich 32,69 Euro für Energie und Instandhaltung im Hartz IV Regelsatz vorgesehen, ein Plus von 2,35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Hartz IV Leistungen decken die Stromkosten nicht, siehe auch den Artikel aus März 2013: Hartz IV Empfänger zahlen über 30 Prozent für Strom drauf

Energieversorger ohne Gnade

Energieversorger ohne Gnade

Ab 100 Euro Rückstand droht Stromsperre

Der Gesetzgeber berechtigt Energieversorger nach § 19 StromGVV zur Einstellung der Strom- und Gaslieferungen, wenn Verbraucher mit mindestens 100 Euro in Rückstand geraten und trotz Zahlungsaufforderung kein Zahlungsausgleich in Sicht ist. Dabei muss auch die Verhältnismäßigkeit geachtet werden. Hierfür muss die Stromsperre mit einer Frist von vier Wochen angekündigt werden. Zudem muss die Sperre zusätzlich drei Werktage vorher konkret angekündigt werden.

Wie Strom sperren verhindern?

In erster Linie kann jeder Verbraucher seinen Stromverbrauch selbst kontrollieren. Nur das Nötigste sollte wirklich laufen, denn selbst kleinste Stromverbraucher können sich am Jahresende zu einem großen Betrag aufsummieren. Hier hilft es auch, seinen Zählerstand in regelmäßigen Abständen auf der Stromuhr selbst abzulesen, um bei Bedarf die Abschlagszahlungen anzupassen, um hoche Nachzahlungen oder Erstattungen zu vermeiden.

Grundsätzlich sollten Miete, Heizkosten und Strom vor allen anderen Forderungen beglichen werden, da eben ein Obdach elementar ist und so eine Kündigung der Wohnung oder Sperre von Gas und Strom vermieden werden kann. Werden Leistungen von einem Sozialleistungsträger bzw. Jobcenter bezogen, können die Wohnkosten und Abschläge auch direkt durch das Amt überwiesen werden. Bei zu geringem Einkommen oder niedriger Rente sollte überprüft werden, ob ergänzende Leistungen der Grundsicherung bzw. Wohngeld gezahlt werden kann.

Quelle: Zu teurer Strom: In 2013 fast 350.000 Stromsperren!.
Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: