RSS

Menowin Fröhlich und sein langer Weg

19 Apr
Lesenswertes  von port01
Im port01- Interview mit David Kordes 
spricht er ehrlich wie selten zuvor

Einst galt er als hellster Stern am DSDS Firmament, dann verglomm er schneller als eine Schnuppe: 

.

Me­nowin  Fröhlich (24), über vier Ecken mit Rapper Sido  verwandt, gehört gewiss zu den größten Stimmen der Republik. Trotzdem verbrachte der junge Musiker in den vergange­nen Monaten mehr Zeit im Gefäng­nis als auf der Bühne. Nun, augen­scheinlich geläutert, schreibt Me­nowin  ein neues Karriere-Kapitel, allerdings nicht ohne davor mit den anderen abzuschließen.

Menowin Fröhlich und sein langer Weg

Man erlebt dich dieser Tage wie ausgewechselt;  Aus dem arroganten, adipösen Straftäter ist augenscheinlich ein durchtrainierter und zugänglicher junger Mann geworden
Täuscht mein Eindruck?

Nein, überhaupt nicht! ich fühle mich wie neugeboren. Ich lebe der­zeit ein vollständig anderes Leben. Und ich muss sagen, dass das Ge­fängnis unglaublich viel zu diesem Wendel beigetragen hat. Ich bin, wie du sagst, als Drogenabhängiger hineingegan­gen und clean wieder herausgekommen. Die Knastzeit hat mich gelehrt, ein geregeltes Le­ben zu führen. Ich habe verstanden, worum es in meinem Business geht. Entscheidungen, die ich treffe, überdenke ich inzwischen sieben-, acht­mal, Das A und 0 ist, die Zähne zusammenzubei­ßen und durchzuhalten. Ich wollte immer Aner­kennung als Musiker, habe aber mein altes Le­ben weitergelebt. Das geht einfach nicht. In der Hinsicht kann man sagen, habe ich mich wirklich geändert. Ich hoffe, das werden die Leute auch zu spüren kriegen.

Sollen junge Straftäter, vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte, früher ins Gefängnis als bisher?

Ich kann nur für mich sprechen, aber in meinem Fall, war es das Beste, was passieren konnte. Ich denke, für alle gilt, dass man im Knast einfach gezwungen wird, über sich und das „geile Verhalten“ nachzudenken. Außerdem wird man dort zwangsweise entgiftet. Ein klarer Kopf ist die Voraussetzung, um sich ändern zu können.

Schämst du dich eigentlich für den  Menowin von früher?

Ja, ich schäme mich für meine Strafakte, für mein Auftreten während DSDS und die Lügen, die ich verbreitet habe. Ich kann meinen Fans nur dankbar sein, dass sie mir das alles verziehen haben. Aber: Ich muss gedanklich einen Schlussstrich ziehen. Und ich musste mir eingestehen, dass ich eine Gabe habe und daraus die Verpflichtung hervorgeht, diese auch zu nutzen. Und das mache ich gerade. Musikalisch.

.

Hast du lange Zeit nicht begriffen, wie ta­lentiert du bist?

Ja, ich wusste schon, dass in mir etwas schlummert> etwas, das mir Gott gegeben hat. Vielleicht sogar etwas Einzigartiges. Aber ich konnte damit nicht umgehen. Es ist einfach schwer, nicht abzuheben, wenn du in eine Ca­sting-Show kommst und von null auf 100 gehypt wirst, obwohl du vorher in deinem Leben noch nie etwas hattest. Ganz klar: Ich konnte mit mir, meinem Talent und dem Umfeld nicht umgehen.

Kannst du dir heute die Bilder vorn DSDS-Fi­nale überhaupt noch ansehen?
dein  Gesicht war beinahe furchterregend.

Ich kann mir die Bilder wirklich nur schweren Herzens anschauen. Wenn ich in meine Augen blicke, bin ich traurig, weil ich weiß, dass ich da­mals, in diesem Moment, jedem die Schuld für meine Versagen zugeschoben habe, außer mir selbst. Ich glaube die größte Erkenntnis, die ich in den vergangenen Monaten gewonnen habe, ist, dass ich für mich und mein Leben selbst ver­antwortlich bin. Nicht die Zuschauer haben damals meinen Traum zerstört, sondern ich, mit Kokain und Arroganz.

.

Glaubst du, dass Mehrzad Marashi nur zum Sieger gewählt wurde, um dich abzustrafen?

Das kann schon gut sein, aber es ist scha­de. denn Mehrzad ist unglaublich musikalisch. Das Problem bei DSDS ist, dass du als Musi­ker nicht reifen kannst. Du wirst ins Haifisch Becken   geworfen, bekommst eine Nummer eins geschenkt, wirst ausgequetscht und wegge­schmissen. Die Prozesse, die ich heute erleben darf, nämlich mit Vollblutmusikern im Studio ste­hen zu dürfen, konnte Mehrzad nicht durchlau­fen. Vielleicht hört man deswegen nichts mehr von ihm.

Du hast vor einigen Wochen in der »Bild« ein umfassendes Drogengeständnis abgelegt. Was. würdest du heute sagen, war damals für deinen Drogenkonsum verantwortlich? War es der Druck?

Ich würde nicht sagen, dass es nur der Druck war. Ich hatte eine harte Kindheit, bin wirklich nicht mit dem goldenen Löffel im Mund großgeworden und konnte mich über viele Jahre niemandem anvertrauen, Meine Familie ist zerrüttet, Drogen haben dort immer eine große Rolle gespielt, Rückhalt gab es nicht und nirgendwo konnte ich lernen, mit Stresssituationen umzugehen. Mir fehlten einfach die richtigen Vorbilder. Da kam wirklich einiges zusammen.

Wenn du bis zu acht Gramm Kokain am Tag genommen hast. muss fast dein ganzes DSDS­ Honorar für Drogen verwendet worden sein.

Nein, das stimmt so nicht, Darum geht’s auch gar nicht Die Drogen waren einfach immer da.

Obwohl du den Eindruck erweckst, dein Le­ben wahrhaftig geändert zu haben, bleiben Restzweifel an deinem Wandel, denn es ist in­zwischen die dritte Chance, uni die du bittest. Woher sollen die Menschen wissen. dass du es diesmal wirklich ernst meinst?

Ich kann diese Restzweifel, wie du sie nennst, nicht zu 100 Prozent ausräumen, ich kann mei­ne Veränderung nur leben und gleichzeitig hof­fen, dass meine Fans erkennen, wie ich ticke und  was mir jetzt wichtig ist. Ich habe einen klaren Schlussstrich gezogen und arbeite nun mit Menschen zusammen, die wirklich an mich glauben und nicht nur das große Geld sehen. Jetzt will mich niemand mehr vor die Wand fahren, Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich meinen Fähigkeiten entsprechend gefördert.

Warum hast du dein Schicksal nach DSDS in die Hände des Baulöwen Mörtel Lugner ge­legt? Dir hätte doch klar sein müssen, dass der Ballermann nichts für dich ist,

Ich bin ziemlich unbedarft in das Musik-Ge­schäft gestolpert — keine Frage. Und sicherlich habe ich falsche Entscheidungen getroffen.

Du musst doch schon im Vorfeld gewusst haben, was auf dich zukommen wird.

Das war ja auch nur ein Versuch. Ich musste mich an verschiedene Verträge haften, und das habe ich dann auch gemacht.

Wenn man einen Vertrag vorgelegt be­kommt. liest man diesen doch erst einmal, bevor man ihn unterschreibt. Also musst du doch vorher gewusst haben, welche Rech­te und Pflichten daraus für dich hervorgehen.

Ähm.. . ja, also das klang ja alles total schön und super, aber ich konnte ja nicht wissen, was hinter den Kulissen noch alles passieren wür­de. Die wollten aus mir nur Profit schlagen. Die Verträge sind aber zum Glück schon 2010 aus­gelaufen.

Glaubst du an Schicksal?

Ich glaube daran, dass ich diesen langen Weg mit allen Umwegen gebraucht habe, um ein rich­tiger Künstler zu werden. Ich glaube auch da­ran, dass es da oben jemanden gibt, der die Ge­schicke lenkt. Aber ob dieser Weg nun wirklich der richtige ist, weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Es fühlt sich zwar alles super an und das Arbeiten macht mir so viel Spaß wie noch nie in meinem Leben, aber wie erfolgreich es sein wird, wird das erste Konzert in Köln und der Release meines Albums zeigen. Das kann ich jetzt einfach nicht sagen.

Würdest du sagen, dass dein jetziger Sound  genau das widerspiegelt, was du bist?

Richtig. Die Musik, die jetzt kommen wird, ist zu 100 Prozent Menowin. ich würde mir einfach wünschen, dass die Menschen etwas darin fin­den. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Leute da draußen Kraft in meiner Musik fänden.

Das Ganze ist aber schon ziemlich elektro­lastig   .

Ja, das stimmt schon, aber ich sehe nach viel mehr Elemente darin. Ich finde die Mischung aus Elektro. Funk und Saul passt sehr gut zu mir und meiner Stimme. Wir durchbrechen mit E-Gitar­ren-Sounds und souligen Melodien das, was im Moment die Charts regiert. Rein Elektro oder Eu­robeat ist das nicht. Ich denke, es sollte für jeden etwas dabei sein.

Befindest du dich aktuell in der glücklichs­ten Phase deines Lebens?

Ja, auf jeden Fall! Ich war noch nie in meinem Leben so wach, so clean und so ausgeglichen. Ich habe mich noch nie so wohl und gut aufgeho­ben gefühlt. in 25 Jahren war ich nie so glücklich.

Was wird deine Fans nun in Zukunft erwarten?

Also, es werden nun erst einmal zwei Kon­zerte vor dem Release meines Albums stattfin­den. Das eine am 14. April in Köln  und das ande­re wenig später in Wien. Ich kann kaum in Worte fassen, was diese beiden Termine für mich be­deuten. Zum ersten Mal werde ich meine eige­nen Songs performen. Sonst galt ich ja immer als Karaoke-Sänger, aber die Zeit ist nun endlich vor­bei. Es ist meine Band, meine Bühne und meine Lieder. Mein Gott, bin ich aufgeregt! Bitte, liebe Leute, kommt zu meinem Konzert das wünsche ich mir von ganzem Herzen! Freut euch auf ein großes Spektakel mit toller Bühnenshow und au­ßergewöhnlichen Tanzeinlagen!

Köln ist vorbei und es war einfach

ein richtig geiler gelungener Start für Ihn mit seinen Fans


Die Truppe war auch da
Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: