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Menowin: „Musik ist das, was endlich raus will!“

08 Apr

“Von mir aus könnte es sofort losgehen. Ich brenne!”

Seit fast vier Monaten ist Menowin Fröhlich – einstiger DSDSKandidat und Dieter-Bohlen-Liebling – wieder auf freiem Fuß. Er ist gerade dabei, sein erstes Album aufzunehmen, und am Samstag,14. April, gibt er sein erstes großes Solo-Konzert in Köln.

In der Bochumer Diskothek „Riff“ performte er Mittwochabend bei einem Geheimkonzert zwei neue Songs und gab damit einen kleinen Vorgeschmack auf sein erstes großes Solo-Konzert:


Qelle:

Entspannt, sympathisch und sehr offen

zeigte sich Menowin beim Interview mit X-ray.

Hallo, Menowin, schön, dich zu treffen. Aber warum ausgerechnet in Remscheid?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen, weil ich hier mit meiner Managerin, die aus Remscheid kommt, zusammenarbeite. Zum anderen, weil ich gerade dabei bin, hier meinen Führerschein zu machen …

… den du mit 24 Jahren immer noch nicht hast?

Das ging ja nicht. Ihr wisst doch, wie die letzten Jahre in meinem Leben aussahen: Wenn ich nicht bei DSDS war, war ich im Knast. Und im Knast kannst du nun mal keinen Führerschein machen.

Aber jetzt, fast vier Monate nach deiner Haftentlassung, willst und kannst du durchstarten?

(lacht) Ja, „durchstarten“ trifft es ziemlich gut! Und das sogar im doppelten Sinne, denn ich setze jetzt wirklich alles daran, meinen innersten Wunsch zu verfolgen.

Und der sieht wie aus?

Ganz einfach: ein normales Leben – ohne Gewalt, ohne Knast und ohne Drogen – zu führen und mit meiner Musik erfolgreich zu sein. Und zwar so, dass ich mittelfristig davon leben kann. Außerdem will ich den Menschen, die trotz aller Scheiße immer an mich als Musiker geglaubt haben, endlich etwas zurückgeben. Es hört sich abgedroschen an, aber: Musik ist das, was seit Kindesbeinen in mir steckt, und Musik ist das, was endlich raus will. Ganz einfach, weil sie mich glücklich macht und weil es ein geiles Gefühl ist, zu sehen, wie andere Menschen auf meine Musik abfahren.

Zum Beispiel am 14. April in der Kölner Live Music Hall, wo du dein erstes und vorerst auch einziges Konzert in Deutschland gibst?

Ja, ich hoffe es so sehr, dass der Saal dort tobt. Und ich freu mich wie irre auf die Live Music Hall. Erstens ist das eine sehr gute Adresse. Zweitens weiß ich, dass mindes-tens 1.200 Leute da sein werden, denn die Show ist ausverkauft. Das finde ich schon jetzt Hammer!

Du klingst sehr erleichtert und euphorisch zugleich darüber …

Stimmt beides! Denn ich habe schon im Knast angefangen, die ersten Songs zu schreiben. Als ich rauskam, hatte ich das große Glück, sehr schnell supergute Musiker zu treffen. Jetzt arbeite ich seit Februar volle Pulle an meinem ers-ten Album, das wir in Düsseldorf und Köln aufnehmen. Dazu studiere ich für den Auftritt in Köln mit Tänzern Choreos ein und probe mit der Band. Es wird eine echte Show, und ich hoffe so sehr, dass es den Leuten gefällt.

Was bekommen denn deine Fans zu hören, und wie heißt dein erstes Album überhaupt?

Der Titel des Albums steht noch nicht fest, aber darauf werden 13 eigene Songs sein – natürlich mit ganz viel Soul und coolen Stimmen, aber auch mit ein paar Uptempo-Stücken und einer ordentlichen Portion Funk zum Tanzen und Rocken. Ich selbst nenne es für mich „Elektro-Soul“ … und ich denke, es wird für jeden etwas dabei sein.

Also kein einziger Titel aus der Feder von Dieter Bohlen, dessen Liebling du bei DSDS warst?

Nein, kein Song von ihm, aber das hat nichts zu bedeuten. Dieter und ich haben zwar keinen Kontakt, aber es ist ganz klar so, dass er im positiven Sinne daran schuld ist, dass ich vom Singen und Musik machen nicht ablassen kann und will. Er hat mich als Sänger immer nur unterstützt und mir Mut gemacht. Er war tatsächlich eine Art Papa für mich, und dafür bin ich bis heute dankbar.

Wie denkst du denn heute über deine Zeit bei DSDS, wo du im Finale 2010 gegen Mehrzad  Marashi verloren hast?

Über Mehrzad selbst und über die guten Zeiten wie auch den Stress, den wir miteinander hatten, sag ich gar nichts mehr. Das ist echt eine abgeschlossene Kiste. Wichtig ist für mich etwas ganz anderes: Mir ist der ganze Hype, den ich bei DSDS erlebt habe, damals total zu Kopf gestiegen. Stell dir mal vor: Bis du fast 20 Jahre alt bist, interessiert sich mehr oder weniger kein Mensch für dich. Du baust nur Mist, prügelst dich und hast vier Geschwister, die allesamt in Pflegefamilien aufwachsen, und Eltern, die dich in dem, was du machen willst – nämlich Sänger und Musiker werden – kein bisschen unterstützen. Und dann kommt DSDS, dann kommt Dieter Bohlen, dann kommen die Shows und die Presse und die Fans, die dich alle zusammen quasi rund um die Uhr belagern. Da hebst du automatisch ab und raffst nicht, was mit dir passiert.

Und das hatte dann zur Folge, dass du erneut wegen Betrug und Körperverletzung im Gefängnis gelandet bist?

Es hat den erneuten Absturz zumindest begünstigt. Das war zu viel für mich. Ich habe erst im Knast realisiert, was alles falsch gelaufen ist. Wo meine Fehler lagen, wo ich echt totalen Scheiß gebaut habe. Das läuft alles wie im Film vor dir ab, denn nirgends hast du so viel Zeit nachzudenken wie im Knast.

Wie sieht denn das neue Leben des Menowin Fröhlich aus?

Ich weiß jetzt, dass es nicht reicht, nur etwas zu wollen. Du brauchst Dinge wie Disziplin, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, wenn du etwas erreichen willst. Dazu gehört, Termine mit Musikern und Tänzern genauso einzuhalten wie regelmäßiger Sport in der Mucki-Bude oder gesünderes Essen. Das alles versuche ich umzusetzen. Aber ich bin noch am Anfang für diesen neuen, besseren Weg … deswegen vergleiche ich mich ganz gern mit einem rohen Teig, der gerade ordentlich geknetet und fürs Backen vorbereitet wird. Wenn er dann aus dem Ofen wieder rauskommt, wird man sehen, ob’s schmeckt …

Das heißt volle Konzentration auf die Musik? Du hast schließlich auch noch Familie …

Klar, aber wie bitte schön soll ich meinen drei Kindern, die jetzt zwischen drei und fünf Jahre alt sind, etwas bieten, wenn ich mich jetzt nicht volles Pfund auf die Musik konzentriere? Singen und ein biss-chen komponieren ist das einzige, was ich wirklich kann und womit ich Geld machen kann.

Gutes Stichwort: Wieso bist du nicht für die Knete ins Dschungelcamp gegangen? Oder wollte man dich dort nicht?

Im Gegenteil: Ich hatte vier oder fünf Anfragen dafür. Aber das kommt für mich echt nicht in Frage. (lacht) Deutschlands nächster Super-Tarzan will ich bestimmt nicht werden!

Sondern?

Einer, der ein halbwegs normales Leben führt und den die Leute wegen seiner Stimme und wegen seiner Musik mögen. Und einer, der etwas für Kinder und Jugendliche tut, die es genauso wenig leicht haben wie ich damals.

Du denkst jetzt schon an eine Menowin-Stiftung?

Nein, das ist Quatsch und wäre auch viel zu hoch gegriffen. Aber ich will unbedingt in verschiedenen Städten Projekte mit Schulen und Jugendzentren machen. Ich will den Kids dort von mir erzählen und ihnen klarmachen, dass Gewalt und Drogen kein Weg sind und keine Probleme lösen, sondern nur zusätzliche bringen. Mit denen man dann gar nicht mehr klarkommt. Leider – aber in diesem Fall zum Glück! – weiß ich, wovon ich rede und das will ich an die Kids weitergeben.

 Quelle. nterview mit X-ray

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