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Nächstes Dreikönigstreffen im Vereinslokal

08 Jan

Es sollte der Aufbruch in ein besseres Jahr für die FDP werden.

Beim Dreikönigstreffen bemüht sich Philipp Rösler
um einen Befreiungsschlag 

doch dann wurde es eine Abschiedsveranstaltung einer Partei,
die in  Zukunft alle ihre Anhänger in einem Vereinslokal versammeln kann. 

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hat ein paar hundert Leute vor sich, und er redet und redet. Schon fast eine Stunde, über Wachstum und Zuwanderung und Zukunft. Das Herz der Partei wollte Philipp Rösler erreichen. Doch von Erlösung oder gar einer Kehrtwende zum besseren ist an diesem Tag in Stuttgart weit und breit nichts zu sehen. Nicht einmal die politischen Gegner lassen sich von der FDP noch hinterm Ofenhervorlocken.

„Genug gebacken, endlich liefern!“

Zwei Prozent in den aktuellen Meinungsumfragen – da machte sich am Dreikönigstag kein linker Demonstrant mehr die Mühe, wie in früheren Jahren üblich, vor das Stuttgarter Staatstheater zu ziehen. Die einzigen Protestplakate, an denen die Spitzenpolitiker der Freien Demokraten auf dem Weg zu ihrer Kundgebung vorbei mussten, kamen von der Ortsgruppe der Jungen Liberalen. Die hatten sich das motorisierte Dreirad eines Pizzaservice geliehen und forderten Philipp Rösler auf:

Die, die gekommen sind, senken die Köpfe. Es ist vielleicht noch nicht die Angst vor dem nahen Tod ihrer großen alten Partei in sie gefahren aber die  Angst vor einem Siechtum. Sie lesen es per Eilmeldung auf ihren Smartphones, sie tuscheln, sie reichen ihre Handys weiter, manche drängeln sich aus den Reihen hinaus. Was war passiert?  Nur ein paar Kilometer entfernt, im Saarland, wird die Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und der FDP begraben. Die Atmosphäre im Parkett und den Rängen wird immer gespenstischer. Wieder eine Regierung weniger, an der sie beteiligt sind.
Rösler steht hinter seinem gelben Pult und spricht weiter gegen den sich vor ihm ausbreitenden Schock an: Von den Erfolgen der FDP, weiß er zu berichten, von ihrer Zukunft, dass niemand verzagen soll und dass alles bald besser werden wird.

Und es ist mehr als ein böses Omen in diesem Augenblick.

Es ist Tatsache und ein Sinnbild:


Er da oben weiß nichts davon. Eine Viertelstunde später, der FDP-Chef ist mit seiner Rede zum Ende gekommen und Patrick Döring, sein Generalsekretär, flüstern die Nachricht ihm zu .

Philipp Rösler erbleicht kurz  und schütteln den Kopf , dann ist er weg.

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