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Eine ganz normale Meldung im Medien Alltag

09 Nov

Mann wird von Straßenbahn erfasst

Ein schwerer Verkehrsunfall sorgte am Dienstagmittag für Störungen des Verkehrs in Friedrichsstadt. Bei einer Kollision mit der Straßenbahn 708 wurde ein Mann so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Erste Ermittlungen gehen von einem Suizidversuch aus.

Um 13.13 Uhr trat ein 59-jähriger Mann auf der Harkortstraße  unmittelbar vor der herannahenden Straßenbahn der Linie 708, die in Richtung Hamm unterwegs war, auf die Fahrbahn. Der Fahrer konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern und stieß mit ihm zusammen. Ein Rettungswagen brachte den schwer verletzten Mann in ein Krankenhaus. Während der Unfallaufnahme kam es rund um die Unfallstelle bis gegen 14.30 Uhr zu Behinderung des Verkehrs. Düsseldorf (RPO).

Eine ganz normale Meldung im Medien Alltag

sollte man meinen und ein paar Leute  werden sich sagen „ ach ja jetzt weiß ich warum meine Bahn/Bus nicht kam. Keiner wird sich irgendwelche Gedanken machen was da vielleicht geschehen ist. Ein Unfall eben und gut ist für die Meisten und das ist auch so gewollt. Auch mich würde so eine Meldung nicht sonderlich zum Nachdenken anregen. Ich kenne aber  den Unfallort nur zu gut und das macht mich schon Nachdenklich über das was sich da vielleicht ereignet hat.

  In der Nähe der Unfallstelle befindet sich das im Bild zu sehende Eckhaus Harkortstraße 27 mit der
TAGESSTÄTTE „CAFÉ PUR“
eine der wenigen Anlaufstellen für Obdachlose in Düsseldorf. In den oberen Etagen befindet sich,  die Notaufnahmen für obdachlose Männer und  die Beratungsstelle  für Obdachlose und Flüchtlinge.

Mann wird von Straßenbahn erfasst

Das alles ist eigentlich noch kein Grund sich Gedanken zu machen über eine vermeintlich normale Unfallmeldung,  nur der auch im Presseportal der Polizei Düsseldorf veröffentlichte Hinweis:

„Nach ersten Ermittlungen und Zeugenaussagen vor Ort haben sich Hinweise auf einen versuchten Suizid des Mannes ergeben.“

machte mich nachdenklich. Als jemand der mit seiner Familie mit jener  oben  erwähnten „Beratungsstelle“ seine Erfahrung machen musste und muss, in einem  früheren Artikel   habe ich bereits darüber berichtet, kann ich mir gut vorstellen was vielleicht  wenige Minuten vor dem „Unfall“ geschehen ist.

Es gibt genug Menschen, denen man ihre Obdachlosigkeit gar nicht ansieht.

Sie sehen so aus, als kämen sie gerade von Arbeit oder aus dem Büro. Man erkennt es nur an kleinen Zeichen: die Haare sind vielleicht nicht so ordentlich, die Sachen ein bisschen zerknittert und sie sind immer sehr Wortkarg. Um keinen Preis erkannt werden ist ihr einziger Gedanke.

Die Harkortstraße 27 ist für jene nach unten durchgereichte, oft der letzte Strohhalm um nicht alles aufzugeben, das so gut wie aussichtslose Vorhaben aus diesem Teufelskreis  „Ohne Arbeit, keine Wohnung – ohne Wohnung, keine Arbeit“ herauszukommen vielleicht ein letztes Mal zu versuchen.

Viele Obdachlose führen – ob nun gewollt oder  zwangsweise – ein öffentliches Leben und trotzdem kennt man sie kaum. Sie sind unerwünscht gelten als gefährlich. Nulltoleranz, die müssen weg,  das ist unsere  Ausgrenzungsgesellschaft, ansonsten speist sich das Bild des Obdachlosen aus den Medien. Die sichere Stadt ist das was durch ihre Beseitigung uns versprochen wird. Niemand möchte denjenigen zu nahe kommen, die auf der gesellschaftlichen Hierarchiestufe ganz unten stehen.

Wie gesagt, es sind nur so Gedanken die mir  bei den zwei Wörtern Harkortstraße und Suizidversuch durch den Kopf gehen.
Nichts, sollte  er ein weiteres Opfer dieser Gesellschaft sein wird man über ihn erfahren.
Das einzige was bleibt, einer von denen hat mal wieder die öffentliche Ordnung gestört.
In der Hierarchiestufe ganz unten zu stehen heißt  nur Überlebe solange du kannst  und nicht mehr. Es ist nichts weiter als Qual und Last zugleich und für sensible Menschen ist Obdachlos sein der Super Gau
und irgendwann gehen sie  ihren…
letzten einsamen  Weg…

Heimlich, still und leise

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