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Hartz IV – was kommt danach?

12 Jul
Von Volker Wulle Frei-​Blog 
 

Sterben in Einsamkeit auf Raten

Man lässt mich fallen. Es inter­es­siert kein Schwein, dass ich finan­ziell am Ende bin, weil ich meine Woh­nung nicht gegen eine Gruft ein­tau­schen will, in der ich mich nach ein paar Monaten erhängen würde. Ich über­lege, wie es wei­ter­gehen wird mit mir, wie die Zukunft aus­sieht, eine Zukunft. die sich so düster auf­zeichnet, dass ich vor ihr Angst bekomme. Das macht mich fertig.

Ist es so geplant?

Wer sich nicht mehr selbst ernähren kann, wird fertig gemacht? Auf den Boden gedrückt, damit er seine rest­liche Energie damit ver­braucht, um sich am Leben zu halten? Damit er nicht auf den Gedanken kommt, sich gegen die Regie­renden zu wenden und ihre Brut­stätten abfackelt?

Ich bin fünfundfünfzig.

Wenn ich mir vor­stelle, dass ich bis zu meinem Lebens­ende mit der Armut zurecht­kommen muß, dann frage ich mich, ob ich dieses Leben noch als Leben bezeichnen kann. Keine Per­spek­tiven mehr zu haben ist bitter. Sich vor der Zukunft fürchten zu müssen, ist wie ein Krebs­ge­schwür, das sich durch den Körper frisst.

Der Staat zer­stört Leben.

In Ungarn soll die Zwangs­ar­beit für Arbeits­lose Men­schen ein­ge­führt werden, und wer zu weit ent­fernt wohnt, wird in einem Lager untergebracht. Was dabei noch fehlt, sind Gas­kam­mern, Folter und Massengräber. Als ich das las, musste ich mich setzen, nicht fähig zu begreifen, wie men­schen­ver­ach­tend sich ein Europa zeigt.

Das macht Angst und ich fühle mich bedroht.

Ist es das, was auf uns zukommen wird, dass wir wieder dar­über ent­scheiden, wer als Unter­mensch aus­sor­tiert wird? Wen wir am Ende ins Gas schi­cken, weil er nicht mehr funk­tio­niert, und somit sein Recht auf Leben ver­wirkt hat?

Aber, man darf dar­über nicht reden.

Dann wird man sie als Staats­feind ein­stufen, als einen, der mit seinem gefähr­li­chen Gedan­kengut unsere heile Welt verpestet. Ein Extremer, ein Kranker, ein Idiot, ein Nestbeschmutzer. Wer sich zwin­gende Fragen stellt und nach den Ant­worten sucht, wird in dieser Gesell­schaft nicht mehr geduldet.

Wer dieses System nicht aner­kennt, weil es die Men­schen miss­achtet, wird bestraft.

Quelle: Frei-​Blog
Dieser Artikel ist unter einer CC-​Lizenz lizenziert.

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