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Freiherr von und zu Guttenberg oder die Reproduktion der Eliten(Update)

18 Feb
Wir machen doch auch aus Deutschland ein Plagiat der USA

Mutti ich habe abgeschrieben

Hat der Mann

seine Doktorarbeit eigentlich

selbst geschrieben?

Während Guttenberg damals seine 475-seitige Arbeit verfasste, saß er im Bundestag, wurde zum Obmann im Auswärtigen Ausschuss gewählt, war zudem rüstungspolitischer Sprecher der Fraktion. Damit nicht genug: Guttenberg war zugleich auch noch Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Guttenberg und Kreisrat im Kreistag Kulmbach. Und er leitete den Fachausschuss Außenpolitik der CSU und hatte mehrere Ehrenämter inne. Zudem hatte er zwei Töchter daheim, sie waren noch nicht einmal in der Schule.

Wie schreibt man da eigentlich nebenher eine wissenschaftlichen Anforderungen genügende Doktorarbeit?

Guttenberg hat unterschrieben,

Er habe die Arbeit selbst verfasst.


Guttenberg nutzte auch Arbeit des Bundestags

In der Doktorarbeit von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg finden sich offenbar auch längere Passagen, die der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags im Auftrag des CSU-Politikers geschrieben hat. Nach einem Bericht des Magazins „Spiegel“ übernahm Guttenberg den von Ministerialrat Ulrich Tammler ausgearbeiteten Text vom 13. Mai 2004 mit nur wenigen Wort- und Formulierungsänderungen nahezu komplett in seine Dissertation.

Ausarbeitung in Guttenbergs Auftrag

Den wahren Autor des Textes machte er demnach in keiner Quellenangabe deutlich und schrieb lediglich in einer Fußnote: „Vergleiche auch eine

im Auftrag des Verfassers entwickelte Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste

des Deutschen Bundestages vom 13. Mai 2004.“

Guttenbergs Doktorarbeit (Foto: dapd)Mehrere Seiten in Guttenbergs Doktorarbeit gehen offenbar auf eine Arbeit des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zurück.Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sollen den Abgeordneten bei der Ausübung ihres Mandats helfen und sie beraten. Sie recherchieren und analysieren dazu Informationen im Auftrag der Parlamentarier. Diese Möglichkeit nutzte zu Guttenberg, indem er 2004 eine Arbeit mit dem Titel „Die Frage nach einem Gottesbezug in der US-Verfassung und die Rechtsprechung des Supreme Court zur Trennung von Staat und Religion“ in Auftrag gab. Das Ergebnis war Tammlers Text. Guttenberg war zu diesem Zeitpunkt unter anderem Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags.

Für die Verwendung solcher Ausarbeitungen gibt es klare Regeln der Wissenschaftlichen Dienste. Der Deutsche Bundestag behält sich sämtliche Rechte daran vor. Eine Veröffentlichung ist nur mit Zustimmung der zuständigen Abteilungsleitung erlaubt.

Guttenberg hatte gestern Plagiatsvorwürfe in einer Stellungnahme mit Nachdruck zurückgewiesen. Die Arbeit enthalte zwar Fehler. „Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht“, hatte er erklärt.

Am Mittwoch hatte er betont:

Sollte jemand auf die Idee kommen zu behaupten, Mitarbeiter meines Büros
hätten an der wissenschaftlichen Erarbeitung meiner Dissertation mitgewirkt,
stelle ich fest:
„Dies trifft nicht zu.“

Was da wohl noch so alles im Rahmen dieser Doktorarbeit ans Tageslicht kommen wird?

Schon 2009 avancierte Guttenberg zum Lügenbaron.

Guttenberg hat nicht nur seinen Doktortitel erschlichen

Auf KOPP ONLINE gefunden:

Für die Leser des nur im Abonnement zu beziehenden Hintergrundinformationsdienstes Kopp Exklusiv kommen die Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsminister Guttenberg nicht wirklich überraschend. Denn schon im April 2009 hatten wir in der Druckausgabe ausführlich darüber berichtet, was im Datensatz des adeligen Mitbürgers sonst noch so alles unstimmig war – vor allem wichtige Angaben in seinem Lebenslauf. Die Hochstapelei war so groß, dass sich ein Unternehmen, für das der damals frisch zum Wirtschaftsminister gekürte Guttenberg angeblich zuvor gearbeitet haben soll, öffentlich mit Pressemitteilungen  distanzierte.

Auf der Seite des Bundestages stand – als er Wirtschaftsminister wurde – auch ein offizieller Lebenslauf von ihm, der merkwürdig unstimmig war. Wie so vieles bei Herrn Guttenberg. Eine Recherche brachte schon damals unschöne Dinge ans Tageslicht.

Eloquent, jung und intelligent. So wurde der damalige neue Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) 2009 der Öffentlichkeit präsentiert. Doch wer sich genauer mit seiner Vergangenheit beschäftigte, der erlebte schon damals eine gehörige Überraschung. Der nachfolgende (aktualisierte) Text dieses Artikels stammt aus der Druckausgabe 14/09 des Hintergrundinformationsdienstes KOPP Exklusiv.

Freiherr von und zu Guttenberg war damals angeblich genau der Richtige für das Amt des Bundeswirtschaftsministers. Immerhin hatte er nach eigenem Bekunden lange Zeit Verantwortung für das Familienunternehmen derer von und zu Guttenberg getragen. In den Tagesthemen und im heute journal pries er damals offensiv seine Erfahrungen als wirtschaftlicher Leiter des Familienunternehmens an. Selbst auf der Homepage des Bundestages hieß es über seinen beruflichen Werdegang: »Leitung des Familienbetriebes in München und Berlin«. Das CSU-Wahlkreisbüro im fränkischen Kulmbach, wo Guttenberg CSU-Vorsitzender war, kannte damals auf Nachfrage allerdings keine Einzelheiten. Sein Berliner Abgeordnetenbüro war auf telefonische Nachfrage hin ratlos. Die Journalisten von FOCUS online, Spiegel, Tagesspiegel und anderen Zeitungen hatten Guttenberg als »geschäftsführenden Gesellschafter im Familienbetrieb (Trockenbau, Isoliertechnik, Dämmstoffe)« präsentiert. Der Tagesspiegel schrieb: »Der adelige Dr. jur. mit Prädikatsexamen hat eine Zeitlang in der Leitung des Familienunternehmens gesessen, einer Großhandelsfirma für Rigipsplatten und ähnlichen Baubedarf […].« Das klang doch absolut seriös.

Doch der Baustoffhändler der »Von Guttenberg GmbH« mit Niederlassungen in Aschheim bei München, Thörey und Merseburg wusste schon damals Nachfrage nichts von der angeblichen Funktion des neuen Bundeswirtschaftsministers im Unternehmen. Man erklärte auf entsprechende Nachfrage, alle entsprechenden Angaben seien frei erfunden. In welchem Familienunternehmen hatte von und zu Guttenberg also die auf der Homepage des Bundestages genannte »Leitung des Familienbetriebes in München und Berlin« inne? Also eine telefonische Anfrage im Bundeswirtschaftsministeriums. Dort verwies man auf die Homepage des Baustoffhändlers »Von Guttenberg GmbH«. Und der wusste auch von nichts. Ein Anruf in der CSU-Zentrale in München brachte auch keine neuen Erkenntnisse.

Und dann wehrte sich der Baustoffbetrieb der »Von Guttenberg GmbH« auf der Homepage im Internet 2009 mit folgender Mitteilung gegen die angebliche langjährige Tätigkeit des damaligen neuen Wirtschaftsministers Guttenberg im Familienbetrieb: »Aufgrund nicht zutreffender Informationen (u. a. FOCUS online, Tagesspiegel, Spiegel online u. a. basierend auf einer dpa-Mitteilung) wird unser Fachgroßhandel für Trockenbau, Isoliertechnik und Dämmstoffe mit dem CSU-Generalsekretär Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg in Verbindung gebracht«.

Die Wahrheit über Freiherr von und zu Guttenberg lautete also: Sein der Öffentlichkeit präsentierter Lebenslauf hält einer Überprüfung nicht stand. Die Geschäftsführer-Kompetenz des jungen Ministers hat es so nie gegeben. Es gab allerdings vor vielen Jahren einmal eineGuttenberg GmbH in München, die sich mit Vermögensberatung befasste. In dieser Mini-Firma verwalteten drei Personen eigene Vermögen. So stand es jedenfalls im Handelsregisterauszug. Seit vielen Jahren gibt es die Firma nicht mehr. Der neue Wirtschaftsminister hatte 2009 wohl nie die nach außen hin in den Tagesthemen und im heute journal präsentierte Erfahrung als großer Wirtschaftsführer.

Welche Kenntnisse haben ihn dann im inneren Führungskreis der CSU für das Ministeramt geeignet erscheinen lassen? Horst Seehofer hob 2009 im Gespräch auf Nachfrage das »fließende Englisch« von Herrn Guttenberg hervor. Das war wohl mehr der Verlegenheit geschuldet, überhaupt irgendetwas an fachlicher Qualifikation des damaligen neuen Wirtschaftsministers vorzubringen. Wer weiß – vielleicht wird der nächste Bundeskanzler ja dem Geschlecht derer von Münchhausen entstammen? Einer der Vorfahren soll ja alle Qualifikationen gehabt haben, die ein deutscher Karrierepolitiker offenkundig haben muss.

Abonnenten des Hintergrundinformationsdienstes KOPP Exklusiv haben den vorstehenden Text schon im Frühjahr 2009 in der Druckausgabe  14/09 lesen und sich ein Urteil über den Mann bilden können. Zwei Jahre später holt diesen nun sein offenkundiger Hang zur Hochstapelei ein…

Von

Udo Ulfkotte
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