RSS

Wikileaks: Staatsfeind oder Geheimdienst des Volkes?

03 Feb
Visualization of the various routes through a ...

Transparenz?

Ist Wikileaks die Zukunft

des investigativen Journalismus –

oder die gefährlichste Seite im Internet?

Die Chronik der Wikileaks-Affäre liest sich wie ein Hackerkrimi aus der Cyberwelt. Geheime Dokumente lösen internationale Verwicklungen aus, der Kopf des Ganzen wird in undurchsichtige Anklagen wegen sexueller Belästigung verwickelt, die Großmächte versuchen verunsichert und hilflos auf die Angriffe aus dem Netz zu reagieren. Und doch ist Wikileaks keine Science-Fiction, sondern ganz und gar real. Wikileaks ist ein Internetphänomen, das zu groß und zu präsent ist, um es zu reglementieren, geschweige denn zu verbieten. Die Affäre begann im November 2010, als die ersten von über einer Viertelmillion vertraulicher Depeschen US-amerikanischer Botschaften ins Internet gestellt wurden. Wer bis dato nichts von Wikileaks wusste, weiß nun: Irgendwo in den Weiten des Netzes gibt es eine Seite, vor der selbst die Regierungsmannschaften der Weltmächte zittern.

Ein Hauch von Geschichte

Die Veröffentlichung der Botschaftsdepeschen war der bisher öffentlichkeitswirksamste Coup von Julian Assange und seiner Organisation. Zuvor gab es einzelne spektakuläre Enthüllungen – etwa journalistisch aufbereitetes Filmmaterial mit Szenen aus dem Irakkrieg. Für die USA ist Julian Assange seitdem ein Terrorist. Für den Rest der Welt ist Assange zumindest der derzeit wichtigste Politaktivist. Den prominenten Kopf der Wikileaker umweht ein Hauch von Geschichte – so beschreibt es der „Spiegel“-Autor Marcel Rosenbach, der den Australier mehrmals getroffen hat.

„Unangemessener Umgang“

Wie konnte eine Handvoll Netzaktivisten, die sich 2006 zusammengeschlossen haben, die Supermacht USA – und nicht nur sie – das Fürchten lehren? Assanges Ziel sei es, absolute Transparenz zu schaffen. „Wir sind nicht zu stoppen“, sagt der Hacker, der seit Teenagertagen in der Welt der Nullen und Einsen unterwegs ist. „We open governments“, so lautet das Wikileaks-Motto: Wir öffnen Regierungen. Wobei die Regierungen einigermaßen hilflos zusehen müssen, wie sie vermeintlich gläsern werden. Was sind die Gegenmaßnahmen? Das Sperren von Konten, um Spenden zu behindern? Die geheimdienstliche Verfolgung von Informanten? Der Umgang mit Wikileaks sei vollkommen unangemessen, sagt zumindest der Bürgerrechtler Tobias Hollitzer.

Geheimdienst des Volkes?

Wikileaks funktioniert wie eine Babyklappe: Informationen werden abgelegt, die Überbringer bleiben anonym. Das zumindest will Wikileaks garantieren, wobei der Quellenschutz ein Problem darstellt. Denn im Internet hinterlässt jeder Spuren, der sich darin bewegt. Nicht nur die Geheimniskrämer haben zu fürchten, auch für die Zuträger ist es nicht einfach. Sicherheit ist nirgends – hatten wir das nicht schon einmal in der (ost-)deutschen Geschichte?

Wie viel Geheimnis braucht eine Gesellschaft?

Schon zu Zeiten der Aufklärung galt der Satz: Je mehr Licht, desto mehr Schatten. Wer soll die abertausenden Dokumente, Akten und Depeschen auswerten, die Wikileaks zugänglich macht? Assange bezeichnet sich selbst mittlerweile als Chefredakteur. Seine Organisation sei daran interessiert, mit weltweit führenden Nachrichtenmedien zusammenzuarbeiten. Ist Wikileaks damit die Zukunft des investigativen Journalismus?

Wikileaks und ähnliche Plattformen werden die nationale und die internationale Politik verändern. In diesem Punkt sind sich Experten einig. Doch wie verändert sich dadurch die Gesellschaft? Erhält sie mehr Transparenz oder verändert sich einfach die Art und Weise der Geheimniskrämerei?

Wird die Wikileaks-Bewegung

zu einer stärkeren Zensur des Internets führen?

Related Articles

Quelle:
Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , ,

Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: