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Das Opfer von Wikileaks: Bradley Manning

27 Jan

Während Julian Assange zur Ikone einer ganzen Generation wird,
sitzt Bradley Manning seit über 240 Tagen in Isolationshaft.

20 Fakten über den Mann,

der Wikileaks die Geheimdokumente zuspielte

1. Wenn Julian Assange eine Lichtgestalt sein soll, ist Bradley Manning so etwas wie sein dunkler Schatten. Assange ist auf dem besten Weg, die Ikone einer ganzen Generation zu werden. Manning, ohne den Wikileaks wohl nur halb so bekannt wäre, sitzt seit fast einem Jahr in einer Gefängniszelle. Die Aussichten, diese bald wieder zu verlassen, sind schlecht.
2. Manning wohnte zuletzt in Potomac, Maryland. Er verpflichtete sich bei der US-Army und war zunächst in der Nähe von Bagdad stationiert. Er war Teil einer Aufklärungseinheit und hatte dort wohl Zugang zu geheimen Dokumenten.
3. Manning nahm sich eine CD mit Lady Gaga, einen USB-Stick und überspielte die Daten. Während er den „wahrscheinlich größten Datenklau in der amerikanischen Geschichte“, sang er Telephone von Lady Gaga.
4. Bradley wurde im Mai 2010 verhaftet, weil er unter anderen dieses Video Wikileaks zugespielt hatte.

5. Er steht außerdem im Verdacht, für Cable-Gate, die Veröffentlichung der diplomatischen Depeschen, verantwortlich zu sein.
6. Manning ist also das, was man einen Whistleblower nennt, jemand, der geheime Informationen an die Öffentlichkeit bringt.
7. Zeitungen oder Plattformen wie wikileaks können nach amerikanischen Recht kaum belangt werden, einzelne Informanten wegen Geheimnisverrat und Spionage aber schon.
8. Angeblich prahlte Bradley in einem Chat vor dem Hacker Adrian Lamo, die Dokumente weitergegeben zu haben. Auszüge des Chat-Protokolls gibt es hier zu lesen. Es heißt, Lamo habe dies wiederum dem FBI mitgeteilt, was zur Verhaftung Bradleys führte.
9. Der Journalist Glenn Greenwald hat Zweifel an dieser Version. Er sagt, der Fall Manning sei für die Gegner von Wikileaks enorm wichtig. Wenn sich herumspricht, dass Wikileaks seine Informanten nicht schützen kann, schreckt diese potenzielle Whistleblower in der Zukunft ab.
10. Lamo verteidigt sein Vorgehen. Er habe früher schon Geld an Wikileaks gespendet und Manning nicht angeschwärzt, wenn nicht Menschenleben in Gefahr gewesen wären. „I wouldnt have done this if lives werent in danger“, sagte er dem Magazin Wired.
11. Die Anklageschrift umfasst acht Punkte.
12. Seit Sommer vergangenen Jahres sitzt Manning in einem amerikanischen Militärgefängnis ein.
13. Er ist noch nicht verurteilt, wird aber seit acht Monaten in strenger Isolationshaft gehalten. Er muss sich 23 Stunden in seiner Zelle aufhalten, hat keinen Zugang zu Informationen und muss alle fünf Minuten auf die Frage eines Wächters antworten, um einen Suizid zu verhindern.
14. Bisher verweigert Manning jede Aussage.
15. Sollte er schuldig gesprochen werden, drohen ihm 52 Jahre Haft.
16. Amnesty International hat sich Gegen die unmenschlichen Haftbedingungen für Bradley Manning ausgesprochen.
17. Seit 247 Tagen in Haft steht auf der Website bradleymanning.org, einer Unterstützerseite für den US-Soldaten. Wer ihn unterstützen will, tut das am besten hier und unterschreibt eine Online-Petition.
18. Der Whistleblower der Pentagon-Papiere (sie betrafen den Vietnamkrieg), Daniel Ellsberg, nennt Manning einen Helden.
19. Angeblich haben die US-Behörden Manning einen Deal vorgeschlagen: Bestätigt er, von Assange zu der Tat angestiftet worden zu sein, erhält er Hafterleichterungen und ein geringeres Strafmaß. Den USA würde es erleichtern, Assange anzuklagen.
20. Assange aber behauptet, von Manning vor der Veröffentlichung noch nie etwas gehört zu haben.

Quelle:
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