RSS

Wie das Leben so spielt, es war – natürlich – reiner Zufall.

01 Jan

vor einiger Zeit zufällig bei einer Unterhaltung gelauscht.

„Bloß ja nicht die HARTZ4-Sätze erhöhen!“

Guido:
Eine spürbare Anhebung der Regelsätze der zumeist Arbeitsunwilligen lehne ich voll ab.
Ursula:
Der Abstand zwischen Sozialleistungen und Arbeitseinkommen muss gewahrt bleiben.
Wolfgang:
Wir geben jetzt schon fast jeden zweiten Euro für den Sozialbereich aus.
Guido:
Leistung muss sich endlich wieder lohnen. Lieber mehr Netto fürs Brutto.
Ursula:
Wer arbeitet, muss auch wesentlich mehr verdienen als der, der den ganzen Tag zuhause herumlungert.
Wolfgang:
Unser Haushalt kann eine Anhebung einfach nicht verkraften.
Guido:
Wir wollen lieber Arbeitsanreize schaffen. Die Hartz4ler sollen von den Zuverdiensten mehr behalten dürfen. Ich denke da so an 20 Euro mehr bei einem Zuverdienst von 1.000 Euro. Die hätten dann 220 Euro mehr statt bisher 200. Und bekämen dann statt 800 nur noch 780 Euro vom Hartz4 abgezogen.
Ursula:
Aber aber, zu viel des Guten wäre kontraproduktiv.
Wolfgang:
Mein Haushalt könnte das erst ab 2013 verkraften. Wenn überhaupt.
Guido:
Ich frage mich die ganze Zeit schon, was das Störfeuer von der linken Seite soll?
Ursula:
Das kommt alles nur daher, weil das Bundessozialgericht letzten Februar entschieden hat, dass der Hartz4-Satz ein „menschenwürdiges Existenzminimum“ sowie „ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischem Leben“ gewährleisten muss.
Guido:
Ob wir uns das leisten können, interessiert die in Karlsruhe wohl nicht.
Wolfgang:
Jedenfalls geht das schon mal gar nicht. Denn dann ginge der Staat sofort pleite. Unwiderruflich!
Ursula:
Und dann müssten wir jährlich die Regelsätze anheben und die Anhebung zumindest an die Inflationsrate anpassen.
Wolfgang:
Nullrunden wären dann passé. Eine Kostenlawine wäre vorprogrammiert.
Guido:
Das kommt überhaupt nicht in Frage.
Ursula:
Dann will ja niemand mehr im Niedriglohnsektor arbeiten. Das lohnt sich für die dann gar nicht mehr.
Wolfgang:
Das in der Verfassung vorhandene Lohnabstandgesetz könnte dann so nicht mehr eingehalten werden.
Guido:
Wie gut, dass wir kein Lohnanstandsgesetz haben. Ha, ha! Nicht desto trotz, die linken Spinner kommen dann erneut mit ihrer Forderung nach einem Mindestlohn. Das kann ich meinen Wählern beim besten Willen nicht zumuten.
Es mischt sich Bruder Rainer ein: Das wäre ja der Super-GAU. Die ganze Wirtschaft würde zusammenbrechen. Die Insolvenzwalze würde unseren neuen, gewaltigen Wirtschaftsaufschwung gnadenlos abwürgen. Es entstünde Massenarbeitslosigkeit. Massenarbeitslosigkeit! Wollen wir das?
Wolfgang:
Und die Haushaltsfinanzen würden völlig ruiniert. Und unsere uns ständig beratenden Banken würden möglicherweise etwas weniger verdienen. Ein neuer riesiger Rettungsschirm für die müsste wohl her.
Guido:
Hört mal! Es gibt da eine ganz einfache Lösung, um das alles zu verhindern. Ursula muss das Existenzminimum einfach tiefer ansetzen. Weniger als bisher. Es gibt da diverse Rechenmethoden, um das zu erreichen.
Ursula:
Wir sind schon dabei.
Wolfgang:
Vielleicht kann man sogar eine Rechenlösung finden, die zu niedrigeren HARTZ4-Sätzen führt als bisher.
Ursula erneut:
Ich kann da nur wiederholen, wir sind schon dabei.
Rainer:
Das wäre genial! Einfach genial! Unser Niedriglohnsektor, unser eigentlicher Motor für unser Wirtschaftswachstum, bekäme weiteren Zulauf und würde boomen. Die Wirtschaft könnte endlich wieder so richtig fette Gewinne machen.
Wolfgang:
Und mein Haushalt würde dann endlich gesunden.
Guido:
Wir müssen das der Bevölkerung nur richtig verkaufen.
Ursula:
Und das Bundesverfassungsgericht?
Guido:
Papperlapp! Wisst ihr, wie lange es bis zur letzten Entscheidung letzten Februar gedauert hat? 5 lange Jahre!
Ursula:
Dann hätten wir an dieser Front erst mal viele Jahre Ruhe.
Rainer:
Und wieso machen wir das dann nicht so?
Guido und Ursula:
Das tun wir doch die ganze Zeit schon.
Rainer:
Aber das hat bisher keiner gemerkt.
Guido:
Da siehst du, wie clever wir das infiltrieren.
Wolfgang:
Wie sind wir eigentlich auf die Erhöhung um gerade 5 Euro gekommen?
Guido:
Von der im Vorfeld von der CDU angedachten Erhöhung um 20 Euro gehen budgetmäßig 15 Euro je HARTZ4-Empfänger für die Hotelsubventionierung mit dem niedrigeren Mehrwertsteuersatz von 7 % ab. So kommt man rechnerisch auf 5 Euro. Das ist ganz einfache Mathematik und kann doch wohl Jeder nachvollziehen.

die scheinbare Objektivität

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , ,

Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: