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WikiLeaks: Michail Chodorkowski-Missstände in Gefängnissen

28 Dez
Kreml - ehem. Patriarchenpalast

Image via Wikipedia

US-Botschafter in Moskau berichtet über Missstände in Gefängnissen

Das markanteste Beispiel ist
Michail Chodorkowski,

der seine Freiheitsstrafe in Tschita, mehr als 4500 Meilen von Moskau entfernt, abbüßt.

Auf Korruption, Gewalt und andere Missstände in den russischen Haftanstalten verweist der ehemalige US-Botschafter in Moskau, William Burns, in einer Depesche vom 27. Februar 2008, die jetzt dank WikiLeaks publik geworden ist.

Die Moskauer Tageszeitung Nesawissimaja Gaseta zitiert am Dienstag Stellen aus dem Brief, in dem der Diplomat darauf hinweist, dass das russische Gefängnissystem in erster Linie auf Bestrafung und nicht auf die Vorbereitung des Häftlings auf sein weiteres Leben in der Freiheit gerichtet sei. Dennoch würden in Russland weniger Strafgefangene nach ihrer Freilassung zu Rückfalltätern als im Westen.

Die medizinische Betreuung in den russischen Gefängnissen sei schlecht, so der Diplomat. Dennoch mache die Sterblichkeitsrate unter den männlichen Gefangenen nur ein Drittel der Sterblichkeitsrate der gleichaltrigen Männer in der Freiheit aus. Dieses Phänomen führt Burns auf die generell hohe Zahl der Alkohol- und der Verkehrstoten in Russland zurück.

Laut dem russischen Recht müssten zwar die Gefangenen ihre Freiheitsstrafe in der Region abbüßen, in der sie zuvor gelebt haben bzw. verurteilt wurden, diese Vorschrift werde aber ständig verletzt, stellt der Botschafter fest. Viele Gefangene werden weit von ihrem Zuhause entfernt inhaftiert, oft in Regionen mit rauem Klima und in Räumen, die keine funktionierende Heizung bzw. Lüftung haben. Dies sei ein Mittel zur zusätzlichen Bestrafung von Gefangenen, die den Behörden besondere Probleme bereiten.

Bezüglich Chodorkowski wird in einer anderen Depesche der US-Botschaft vom Dezember 2009 festgestellt, der Prozess gegen ihn habe gezeigt, dass „der Kreml dem zynischen System treu bleibt, in dem politische Feinde ungestraft liquidiert“ würden.

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Verfasst von - 28. Dezember 2010 in Gesellschaft, Internet, Mix, Wikileak

 

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