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Keine Straße durch die Serengeti !

23 Dez
Ethnic groups - tribe at Kenya, Massai

Image via Wikipedia

Das bekannteste Reservat Afrikas ist bedroht

In der Serengeti-Savanne in Ostafrika leben siebzig große Säugetier- und etwa fünfhundert verschiedene Vogelarten. Etwa die Hälfte des Gebiets bildet seit 1951 den Serengeti-Nationalpark, der zu den größten und bekanntesten Schutzgebieten der Welt gehört. Fast zwei Millionen Gnus und andere Antilopenarten, Thomson-Gazellen und Zebras wandern jährlich zwischen den Weidegründen in der Trocken- und Regenzeit der Serengeti in Tansania und der Massai Mara in Kenia hin und zurück. Geht es nach den Plänen der Regierung Tansanias, werden die Wanderrouten der Tiere ab 2015 von einer Fernstraße durchtrennt. Baubeginn soll bereits 2012 sein. Die Regierung meint, nur so die wirtschaftliche Entwicklung im Westen des Landes ankurbeln zu können und sieht keine Beeinträchtigung für die Wildtiere der Serengeti.

Umweltschützer sehen das kritischer. Das Verkehrsaufkommen wird enorm sein, verbindet der Highway doch Kenias Hafenstadt Mombasa mit Rwanda, Burundi und dem Osten Kongos. Vor allem der Schwerlastverkehr aus den Nachbarländern dürfte explosionsartig zunehmen. Der Highway würde die Serengeti im Norden auf einer Länge von 53 Kilometern durchschneiden und dabei zahlreiche Wanderrouten der Tiere kreuzen. Vermehrte Wildunfälle wären unausweichlich und könnten dazu führen, dass die Straße komplett eingezäunt wird, befürchten die Umweltschützer. Ähnliche Fälle gab es bereits in Botswana und in Kanada. Auch Wild-Brücken oder -Tunnel würden den Andrang von rund zwei Millionen Wildtieren nicht bewältigen können.

Beispiele aus anderen Regionen zeigen, dass die Zahl der Tiere durch eine Straße deutlich zurückgehen würde und sogar ein Zusammenbruch des Ökosystems der Serengeti zu befürchten ist. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich allein der Bestand der Gnus um eine Million verringert. Die Folgen in der Nahrungskette wären katastrophal. Gnus sind für Löwen, Geparden, Hyänen und Krokodile eine der wichtigsten Nahrungsgrundlagen.

Die Idee des Straßenbaus durch die Serengeti ist keinesfalls neu. Bereits zwei Mal kamen die Pläne auf den Tisch, wurden aufgrund der drohenden Umweltschäden jedoch verworfen. Nun aber entwirft die Regierung Tansanias ernsthafte Baupläne, wohl auch um Wahlversprechen an die Menschen im wirtschaftlich benachteiligten Westen einzulösen – auf Kosten der Umwelt. Dabei gibt es durchaus ernst zu nehmende Alternativen: Umweltschützer haben eine Trasse südlich um die Serengeti herum vorgeschlagen. Diese Route würde nicht nur die Migration der Wildtiere erhalten, auch würden deutlich mehr Menschen von der Alternativroute profitieren.

Unterstützen Sie unseren Protest mit Ihrer Mail an die Ministerin für Naturschutz in Tansania sowie den tansanischen Botschafter in Berlin.

An der Protestaktion haben sich seit dem 23.12.2010
3821 Menschen beteiligt

Protestaktion

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