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Wikileaks-„Ein Gentleman erzählt nicht“

22 Dez
Julian Assange (1)

Image by bbwbryant via Flickr

Wikileaks-Boss Assange äußert sich zu seinem Sexual-Leben und kritisiert die schwedische Justiz

LONDON – In mehreren Interviews hat sich Wikileaks-Boss Julian Assange erstmals detailliert zu den Sex-Vorwürfen gegen ihn geäußert. Die beiden Schwedinnen, die den 39-Jährigen der sexuellen Nötigung beschuldigen, hätten sich aus Angst vor einer Geschlechtskrankheit „in eine Aufregung hineingesteigert“. Als „widerlich“ kritisierte Assange die Veröffentlichung von Details aus der Ermittlungsakte der schwedischen Staatsanwaltschaft: Dies stelle einen Bruch seiner Privatsphäre dar.

Damit nahm der Gründer der Enthüllungs-Website Bezug auf einen Artikel der Tageszeitung „The Guardian“ – also ausgerechnet jenes Blattes, das seit Wochen auch die Wikileaks-Akten veröffentlicht. Der Guardian-Reporter Nick Davies hat ein umfangreiches Dossier über die Geschehnisse im vergangenen August zusammengetragen. Dafür erhielt Davies offenbar Zugang zu den staatsanwaltlichen Ermittlungsakten, was unter Datenschutz-Gesichtspunkten mindestens fragwürdig, wenn nicht sogar strafbar ist. Davies hatte in früheren Wikileaks-Aktionen mit Assange zusammengearbeitet, den Fall der US-Depeschen hausintern aber einem Kollegen übergeben.

Solange das Auslieferungsverfahren gegen ihn schwebt, lebt Assange quasi unter Hausarrest auf dem Landsitz seines Unterstützers Vaughan Smith in der ostenglischen Grafschaft Suffolk. Dort muss der 39-Jährige eine elektronische Fußfessel tragen und sich täglich bei der Polizei melden. Im Gespräch mit der Zeitung „The Times“ rückt Assange zwar von dem Vorwurf seines Anwalts ab, die beiden Frauen hätten ihm eine Falle gestellt: „Ich habe das nie gesagt.“ Er fühle sich aber betrogen: „Frauen waren immer großzügig zu mir.“ Weitere Details, etwa über die Zahl seiner Sexualpartnerinnen, zu nennen, lehnte er gegenüber der öffentlich-rechtlichen BBC ab: „Ein Gentleman redet nicht nur nicht darüber, er zählt auch nicht.“ Die schwedischen Strafverfolger hätten im Sommer wochenlang Zeit gehabt, ihn zu befragen: „Jetzt glaube ich nicht mehr daran, dass mir in Schweden Gerechtigkeit widerfahren würde“, begründet der australische Staatsbürger seine Weigerung, einer erneuten Vorladung aus Stockholm Folge zu leisten.
(Von Sebastian Borger)

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