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WikiLeaks darf nicht aus dem Internet verschwinden

19 Dez
Internet Map. Ninian Smart predicts global com...

Image via Wikipedia

WikiLeaks-Spiegelungen narren USA

WikiLeaks darf nicht aus dem Internet verschwinden – unter diesem Motto tauchten am Sonntag Hunderte „Klone“ der Website im Netz auf. Damit soll nach den mehrmaligen Versuchen der USA, die Website zu blockieren, ein Verschwinden der dort publizierten Informationen verhindert werden. Die USA stehen dieser Solidaritätsbewegung hilflos gegenüber.

Es war ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel, das sich am Wochenende rund um die WikiLeaks-Website abgespielt hat: Der amerikanische Domain-Name-Provider Everydns.net löschte am Freitag Wikileaks.org als Hauptadresse von seinen Servern und machte die Seite dadurch unzugänglich. Eine Übersiedelung auf eine Schweizer Website hatte nur kurz Erfolg. Denn wieder war der Provider eine US-Internetfirma, die auch die Schweizer Website löschte. Erst am Samstag war die Adresse nach der Übertragung der Inhalte auf neue Server wieder zugänglich.

Altes Phänomen, große Wirkung

Genützt hat das alles offensichtlich nichts. Denn statt einer einzigen Seite sind es mittlerweile Dutzende, die allesamt auf dem aktuellen Stand sind, weitere 165 enthalten zumindest Teile der veröffentlichten Dokumente. Und das sind nur die Websites, die von Savewikileaks.net laufend auf Aktualität überprüft werden. Daneben existieren weltweit Hunderte andere „Mirrors“ (Spiegelungen), die von WikiLeaks-Sympathisanten betrieben werden.

„Cablegate“

WikiLeaks wurden rund 250.000 vertrauliche Depeschen von US-Botschaften zugespielt. Seit Tagen berichten Medien, die das Material vorab bekommen haben, über Details daraus. Auf der Website von WikiLeaks selbst wurden bisher erst rund 800 Dokumente veröffentlicht.

Dabei bedienen sich die Betreiber der WikiLeaks-Kopien eines alten Tricks, der schon einmal glänzend funktioniert hat, als es darum ging, Inhalte im Interesse der Allgemeinheit zu sichern. So hat sich an dem Phänomen des Mirroring der US-Geheimdienst NSA schon vor rund zehn Jahren die Zähne ausgebissen, wie Internetexperte Erich Moechel für FM4 berichtet. Damals wollte die US-Regierung die Verbreitung des Verschlüsselungsprogramms Pretty Good Privacy (PGP) verhindern, aber ohne Erfolg – mehr dazu in fm4.ORF.at.

Kongressbibliothek blockiert WikiLeaks

Aber die US-Regierung konnte auch Erfolge im Kampf gegen die Veröffentlichung von Botschafterdepeschen erzielen. So hatte die Bibliothek des US-Kongresses am Samstag den Zugang zu WikiLeaks gesperrt. In dem gigantischen Multimediaarchiv sind nach eigenen Angaben über 144 Mio. Einzelobjekte, 33 Mio. Bücher und 64 Mio. Manuskripte gespeichert. Doch über WikiLeaks-Veröffentlichungen ist dort nichts zu finden. Denn der Zugriff auf die IP-Adresse ist für Mitarbeiter und Besucher nicht freigegeben.

Kommunikationschef Matt Raymond wies Vorwürfe zurück, die Library of Congress betreibe damit Zensur. Die Bibliothek sei wie andere Bundeseinrichtungen zum Schutz von Regierungsdokumenten verpflichtet, schrieb Raymond in einem Weblog der Bibliothek.

Assanges Konto gesperrt

Auch hinsichtlich der finanziellen Situation steigt der Druck auf WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Die Schweizer Bank Postfinance verfügte am Montag die Schließung eines Kontos von Assange wegen falscher Adressangaben. Eine Überprüfung der von Assange bei der Kontoeröffnung angegebenen Adresse in Genf habe gezeigt, dass diese falsch sei, teilte Postfinance mit. Da Assange keinen Wohnort in der Schweiz nachweisen könne, erfülle er nicht die Geschäftsbedingungen der Bank zur Führung eines Kontos.

Uni warnt Studenten

Neben den direkten Angriffen auf WikiLeaks geht die Einschüchterungstaktik der US-Regierung sogar so weit, dass Studenten vor einem Zugriff auf WikiLeaks gewarnt werden. Wer eine Karriere im diplomatischen Dienst der Vereinigten Staaten plane, solle sich mit Onlinekommentaren zu den von WikiLeaks veröffentlichten Dokumenten zurückhalten, empfiehlt die Eliteuniversität Columbia in New York ihren Studenten. Ein Universitätssprecher bestätigte am Samstag, dass die Berufsberatung der Hochschule eine entsprechende E-Mail an die Studenten der Fakultät für Internationale Beziehungen verschickte.

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